FDP Seligenstadt fordert Tempo beim dritten Abschnitt der Umgehungsstraße

Nach Gespräch bei Verkehrsminister Mansoori: „Seligenstadt wartet seit fast zwei Jahrzehnten auf die Vollendung der Ortsumfahrung – jetzt müssen den Worten Taten folgen.“

Seligenstadt, 12. Juni 2026. Die FDP Seligenstadt fordert endlich verbindliche Fortschritte beim dritten Bauabschnitt der Seligenstädter Ortsumfahrung. Seit vielen Jahren setzen sich die Freien Demokraten vor Ort für die Fertigstellung der Umgehungsstraße ein. Für die FDP ist klar: Der dritte Abschnitt ist eines der wichtigsten Infrastrukturprojekte für Seligenstadt – für weniger Durchgangsverkehr, eine Entlastung der Innenstadt, bessere Erreichbarkeit der Gewerbebetriebe, mehr Verkehrssicherheit und mehr Lebensqualität für die Bürgerinnen und Bürger.

Nach dem belastbaren Sachstand der Stadt Seligenstadt reicht die kommunalpolitische Befassung mit der sogenannten Nordumfahrung bereits bis in das Jahr 2000 zurück. 2007 beschloss die Stadtverordnetenversammlung die Fortführung der Ortsumfahrung im dritten Bauabschnitt. Ebenfalls 2007 wurde der zweite Bauabschnitt fertiggestellt. Seitdem wartet Seligenstadt auf die Vollendung der Ortsumfahrung.

Nachdem Hessen Mobil zuletzt erneut auf Verzögerungen hingewiesen und nach aktuellem städtischem Sachstand einen Beginn des Planfeststellungsverfahrens erst für das erste Quartal 2029 in Aussicht gestellt hat, kam kurzfristig ein Gespräch bei Hessens Verkehrsminister Kaweh Mansoori in Wiesbaden zustande. Ermöglicht wurde der Termin durch die beiden Seligenstädter Landtagsabgeordneten und Landtagsvizepräsidenten Frank Lortz und René Rock.

René Rock (v.l.), Philipp Giel, Bürgermeister Daniell Bastian, Erster Stadtrat Oliver Steidl und Frank Lortz suchten das Gespräch mit Verkehrsminister Kaweh Mansoori (3. v.l.).

An dem Gespräch nahmen Bürgermeister Dr. Daniell Bastian, Erster Stadtrat Oliver Steidl, Frank Lortz, René Rock und Philipp Giel teil. Die Seligenstädter Delegation machte gegenüber dem Minister deutlich, dass der dritte Bauabschnitt für die Stadt nicht irgendein Straßenbauprojekt ist, sondern ein seit Jahren erwarteter Lückenschluss mit erheblicher Bedeutung für Bürger, Pendler und Gewerbetreibende.

„Seligenstadt braucht diese Entlastung. Die Menschen, die Gewerbetreibenden und alle, die täglich durch die Stadt fahren, warten seit fast zwei Jahrzehnten auf die Vollendung der Ortsumfahrung“, so der Fraktionsvorsitzende Philipp Giel. „Wir sprechen hier nicht über einen neuen Wunsch, sondern über ein seit vielen Jahren diskutiertes, beschlossenes und immer wieder fachlich bearbeitetes Infrastrukturprojekt. Dass das Planfeststellungsverfahren nach jetzigem Stand erst 2029 beginnen soll, ist aus unserer Sicht nicht akzeptabel.“

Nach dem aktuellen Sachstand der Stadt Seligenstadt, Stand Mai 2026, wurde bereits 2013 eine Verwaltungsvereinbarung zur Finanzierung und Vorfinanzierung der Maßnahme geschlossen. Darin verpflichtete sich die Stadt unter anderem zur Vorfinanzierung der Bau- und Grunderwerbskosten sowie zur Tragung der Vorfinanzierungszinsen. Eine ausdrückliche Regelung zur späteren Übernahme der Baukosten wurde dabei nicht getroffen. Die vorläufige Kostenschätzung lag damals bei rund zehn Millionen Euro.

Seitdem wurden zahlreiche fachliche und technische Fragestellungen bearbeitet oder erneut aufgerufen: Verkehrsuntersuchungen, schalltechnische Untersuchungen, Natur- und Artenschutz, Eingriffe in NSG- und FFH-Gebiete, Biber-Vorkommen, die Renaturierung des Stadtmühlbachs, Baugrunduntersuchungen, Entwässerung, Amprion-Leitungen, Bahnquerung, landwirtschaftliche Wege, Radwege, Bauwerke und Trassenradien. Hinzu kamen Verzögerungen durch geänderte Vorentwürfe, EU-weite Ausschreibungen, die Insolvenz eines beauftragten Ingenieurbüros, personelle Wechsel bei Hessen Mobil und bislang nicht vollständig durchgeführte Bohrungen.

„Der städtische Sachstand zeigt deutlich: Seligenstadt hat sich über Jahre hinweg konstruktiv eingebracht und steht weiterhin bereit, Land und Hessen Mobil zu unterstützen“, erläutert Bürgermeister Dr. Daniell Bastian. „Die Verantwortung für die Planung, die Einleitung des Planfeststellungsverfahrens und die weitere Beschleunigung liegt aber beim Land Hessen und bei Hessen Mobil. Jetzt braucht es klare Zuständigkeiten, ein verbindliches Projektmanagement und eine realistische, aber ambitionierte Zeitschiene.“

Verkehrsminister Kaweh Mansoori sagte in dem Gespräch zu, sich des Themas anzunehmen und gegenüber Hessen Mobil als zuständiger Landesbehörde auf die Dringlichkeit hinzuweisen. Mansoori machte dabei deutlich: „Insbesondere an Infrastrukturprojekten misst die Bevölkerung, ob Demokratie und Staat funktionieren. Es kann nicht sein, dass beispielsweise Gutachten so lange dauern, dass bei deren Abschluss andere Gutachten und Erhebungen bereits wieder veraltet sind und alles wieder von vorne beginnen muss.“

Die FDP Seligenstadt begrüßt diese klare Aussage des Ministers ausdrücklich. Zugleich macht sie deutlich, dass es jetzt nicht bei guten Worten bleiben darf.

„Wir nehmen Minister Mansoori beim Wort“, erklärt der Landtagsabgeordnete und Vizepräsident des Hessischen Landtags, René Rock. „Wenn der Minister selbst feststellt, dass sich die Funktionsfähigkeit des Staates gerade an Infrastrukturprojekten zeigt, dann muss daraus jetzt konkretes Handeln folgen. Seligenstadt braucht keine weiteren unverbindlichen Vertröstungen, sondern sichtbaren Fortschritt. Wir werden den Minister und die Landesbehörden nicht an Ankündigungen, sondern an Ergebnissen messen.“

Aus Sicht der FDP Seligenstadt ist besonders bitter, dass der weitere Planungsfortschritt in den vergangenen Jahren immer wieder verschoben wurde. Unter dem früheren grünen Verkehrsminister Tarek Al-Wazir sei das Projekt aus Seligenstädter Sicht nicht mit der notwendigen Priorität behandelt worden. Umso wichtiger sei es nun, dass die neue Hausspitze im Verkehrsministerium zeigt, dass sie es ernst meint mit Beschleunigung, Verlässlichkeit und funktionierenden Verfahren.

„Wer Planungsbeschleunigung ernst meint, muss sie an konkreten Projekten beweisen“, betont die FDP Seligenstadt. „Der dritte Bauabschnitt der Ortsumfahrung ist genau ein solches Projekt. Wenn Gutachten veralten, bevor sie genutzt werden können, wenn technische Fragen über Jahre hinweg immer wieder neu bearbeitet werden müssen und wenn sich Verfahrensstarts weiter nach hinten verschieben, dann läuft etwas grundsätzlich falsch. Das darf nicht der Normalzustand staatlicher Infrastrukturplanung sein.“

Die FDP Seligenstadt dankt Frank Lortz und René Rock für die kurzfristige Vermittlung des Gesprächs in Wiesbaden und die deutliche Unterstützung des Seligenstädter Anliegens. Beide hätten gezeigt, dass die Ortsumfahrung für Seligenstadt parteiübergreifend von erheblicher Bedeutung ist. Ebenso unterstützt die FDP Seligenstadt Bürgermeister Dr. Daniell Bastian und Ersten Stadtrat Oliver Steidl in dem Ziel, die Interessen der Stadt gegenüber Land und Hessen Mobil nachdrücklich zu vertreten.

„Seligenstadt will nicht blockieren, sondern beschleunigen“, erklärt die FDP Seligenstadt abschließend. „Wir stehen zu einem lösungsorientierten Vorgehen bei Natur- und Artenschutz, Baugrund, Entwässerung, Bahnquerung, Amprion-Fragen und allen weiteren fachlichen Abstimmungen. Aber nach vielen Jahren der Diskussion, Beschlüsse, Untersuchungen und Verzögerungen muss der dritte Bauabschnitt der Ortsumfahrung endlich sichtbar vorankommen. Seligenstadt braucht Verlässlichkeit – und Hessen muss jetzt liefern.“

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